Was ist ein Fernstudium? Die Frage möchte ich im nun folgenden Beitrag beantworten

Hierzu ist im ersten Moment einmal notwendig zu sagen, was ein Studium ist. Bei einem klassischen Studium spricht man auch von einem Präsenzstudium. Die Präsenz in dem Wort bezieht sich vor allem darauf, dass man an einem festen Ort studiert und in den Vorlesungen an einer Universität präsent sein muss. Ob dies nun mit Anwesenheitslisten nachvollzogen wird oder nicht, soll an der Stelle egal sein. Wichtig ist, dass das Studium an einem bestimmten Ort stattfindet. Die Vorlesungen, Prüfungen, Dozenten und Professoren sind alle an diesem Ort und lehren die Studierenden die Inhalte.

Was ist ein Fernstudium und wodurch unterscheidet es sich vom Präsenzstudium?

Das Fernstudium ist das genaue Gegenteil. Bis zum Punkt der Einschreibung ist soweit alles gleich, jedoch wird es danach sehr unterschiedlich. Bei einem Fernstudium ist man zwar an einer Hochschule eingeschrieben und hat auch offiziell den Status eines Studenten, jedoch werden keine Vorlesungen im klassischen Sinne besucht. Die Inhalte werden über verschiedene Medien vermittelt und der Student muss diese viel autodidaktischer aufnehmen.

Während man bei einem klassischen Studium zu bestimmten Zeiten die Inhalte in Form einer Vorlesungen „konsumieren“ kann, ist dies beim Fernstudium vollkommen anders. Es gibt hier viele verschiedene Modelle, wie die Inhalte vermittelt werden können.

Vorlesung online – gestreamt oder im Archiv

Das Internet und die Technik ist heutzutage soweit, dass die Vorlesungen auch online abgehalten werden können. Hierbei wählt sich der Studierende in einen virtuellen Hörsaal ein und kann den Ausführungen des Dozenten folgen. Dabei können die Personen im Raum an vollkommen unterschiedlichen Orten der Welt sein und dennoch zusammen eine Vorlesung wahr nehmen. Auch der Dozent selbst kann irgendwo sein, solange er eine halbwegs stabile Internetverbindung hat.

Der große Vorteil diese Variante ist die Aufzeichnungsmöglichkeit. Wer gerade kein Internet zur Verfügung hat, kann sich später die Vorlesung aus dem Archiv aufrufen und anschauen. Genauso kannst du sie dir aber auch noch einmal anschauen um Inhalte zu wiederholen.

Autodidaktisch – vom Buch in den Kopf

Mal ganz unromantisch und ohne, dass ich irgendeinem Dozenten zu nahe treten möchte, aber die Vorlesungen bestehen oftmals zu großen Teilen aus den Inhalten von Lehrbüchern. Es werde Modelle, Abhandlungen und Herleitungen von allen möglichen Dingen besprochen, die irgendwo geschrieben stehen. Der Vorteil an einer Vorlesung ist in dem Moment der Dozent. Er bringt das geschriebene Wort in ein lebendiges Beispiel und ist in der Lage Fragen zu beantworten und eine praktische Anwendung vorzunehmen.

Die reine Information aus dem Buch oder einem Skript ist für jeden einsehbar. Wer studiert und hier ein entsprechendes Skript bekommt, kann diese für sich alleine in seinem eigenen Tempo durcharbeiten. Das hat den großen Vorteil, dass man das eigene Lerntempo wählen kann und den Stoff somit so verinnerlicht, wie man sich am wohlsten dabei fühlt. Das autodidaktische Lernen ist aber auch sehr einsam. Während im Hörsaal oder online noch weitere Studenten sichtbar sind, ist beim autodidaktischen Lernen niemand da außer dir und deinem Buch.

Kombination aus Skript und Online-Vorlesung

Wie so oft im Leben ist der Kompromiss eine interessante Alternative zu den vorgestellten Lehrformen. Und so wenden es auch viele Fernuniversitäten an. Zum Beginn eines Semesters wird ein umfangreiches Skript ausgeteilt, das der Studierende durcharbeiten soll. Entlang einer geplanten Zeitschiene mit einem durchschnittlichen Arbeitstempo gibt es begleitenden Online-Veranstaltungen, bei denen die Studenten entsprechende Verständnisfragen stellen können. Je nach vermittelten Inhalten kann eine solche Veranstaltung auch dafür genutzt werden den Lehrstoff entsprechend in einer praktischen Anwendung mit Hilfe eines Beispiels zu veranschaulichen.

Fernstudium vs. Präsenzstudium

Die Frage „Was ist ein Fernstudium“ haben wir nun grob beantwortet. Du hast einen Eindruck davon bekommen, was es bedeutet und wie es funktioniert. Nun kommen wir aber zur Bewertung.

Und die Bewertung fällt nicht einfach. Grundsätzlich ist das Fernstudium eine gute Möglichkeit sich Inhalte anzueignen. Vor allem ist das in solchen Lagen dann besonders wertvoll, wenn du selbst aus welchen Gründen auch immer verhindert bist eine Uni zu besuchen. Gehst du tagsüber einem Job nach und möchtest dennoch studieren, musst du das Lernen der Inhalte in die Abendstunden verlegen. Tagsüber kannst du ja nicht an der Uni sein, wenn du dort arbeiten musst. Das Gleiche gilt für die Menschen, die zum Beispiel reisen oder woanders wohnen. Mit einem Fernstudium musst du nicht mehr zwingend in eine Stadt ziehen, die eine Universität hat. Du kannst auch dort bleiben oder dahin gehen wo du hin möchtest und brauchst lediglich eine Postanschrift und einen Internet-Anschluss. Und beides brauchst du nicht einmal mehr beständig.

Das Präsenzstudium hat den großen Vorteil, dass du von Leuten umgeben bist, die das gleiche Fach studieren wie du. Es fällt viel einfacher Fragen zu klären oder sich Lerngruppen anzuschließen. Zudem ist der Tag mehr oder weniger geregelt. Die Universität gibt mit den Vorlesungen den Takt vor und du kannst dich daran halten oder nicht. Bei einem Fernstudium ist dieser Part komplett frei durch dich zu gestalten. Du musst selbst die Disziplin aufbringen um dich hinzusetzen und den Lehrstoff durchzuarbeiten.

Ein Fernstudium ist vor allem für Menschen geeignet, die nicht zur Universität wollen oder können

Sie sollten über ein hohes Maß an Selbstmotivation und Disziplin verfügen, damit es ihnen gelingt die Inhalte zu verinnerlichen. Der Tag ist genau nicht durchstrukturiert, so dass du selbst diese Struktur entwerfen musst um „am Ball“ zu bleiben. Wenn du dich dazu in der Lage fühlst, kannst du mit einem Fernstudium gleichzeitig viele andere Dinge machen und ihnen nachgehen.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.